Gegenüberstellung der Antworten auf sechs Fragen des Fördervereins Sommerbad Gauting e. V.
Im Rahmen des Kommunalwahlkampfes in Gauting hat der Förderverein Sommerbad Gauting e. V. den vier Bürgermeisterkandidaten sechs identische Fragen zur Bedeutung, Zukunft und Finanzierung des Sommerbads gestellt.
Das Sommerbad ist für viele Bürgerinnen und Bürger ein zentraler Ort für Sport, Erholung und Gemeinschaft und zugleich ein Standortfaktor und wichtiger Ort für Schwimmkurse. Als parteiunabhängiger Verein wollten wir allen Bürgermeisterkandidaten die Möglichkeit geben, ihre Positionen zum Sommerbad transparent darzustellen.
Wir danken für die ausführlichen Antworten!
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Stefan Berchtold | Maximilian Platzer | Dr. Matthias Ilg | Harald Ruhbaum |
Die nachfolgenden Antworten wurden ohne redaktionelle Bearbeitung, ohne Kürzungen und ohne inhaltliche Umformulierung veröffentlicht.
Die Reihenfolge der Kandidaten ist die Reihenfolge des Eingangs der Antworten.
Es besteht außerdem die Möglichkeit die Statements als PDF hier herunterzuladen.
Inhalt
- 1. Bedeutung Sommerbad
- 2. Zukunft & Haushaltslage
- 3. Förderverein & Zusammenarbeit
- 4. Szenarien (Erhalt/Sanierung/Generalsanierung)
- 5. Maßnahmen & Attraktivität
- 6. Finanzierung
1. Welche Bedeutung hat das Sommerbad für dich persönlich und aus deiner Sicht für Gauting als Standort?
Dr. Matthias Ilg
Für Gauting ist das Sommerbad wichtig. Es gehört zu Gauting. Das ist meine generelle Sicht. Persönlich hat es ich den letzten Jahren aber viel mehr aufs Rad oder zum Laufen gezogen. Daher war ich – das muss ich eingestehen – selbst lange nicht mehr Badegast im Sommerbad. Als Gemeinderat wird man aber hinter die Kulissen geführt und daher kenne ich die Situation im Sommerbad gut.
Maximilian Platzer
Ich persönlich verbinde mit dem Gautinger Sommerbad viele schöne Erinnerungen aus meiner Kindheit und Jugend. Ich habe dort als kleiner Knirps mein Seepferdchen und mein Schwimmabzeichen in Bronze gemacht und habe als Jugendlicher viele Nachmittage dort verbracht. Auch mit meiner kleinen Tochter und meiner Frau war ich vergangenen Sommer gemeinsam im Freibad und die Kleine hat im Kinderbecken die ersten Erfahrungen mit Wasser gesammelt.
Für Gauting ist das Sommerbad ein zentraler Treffpunkt für Jung und Alt, für arm und reich, für Zugezogene und Einheimische und für alle Nationalitäten. Darüber hinaus leistet es einen unersetzbaren Beitrag dafür, dass unsere Kinder schwimmen lernen. Somit hat der Erhalt des Sommerbades die höchste Priorität für mich.
Harald Ruhbaum
Das Sommerbad ist aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Bestandteil unseres Ortsbildes. Ich schätze, hier die gute Erreichbarkeit im Ort sowie die Aufenthalt für Kinder und Familien. Ferner sehe ich das Angebot gerade für Kinder das Schwimmen zu erlernen, für ganz wichtig.
Stefan Berchtold
Ich bin begeisterter Schwimmer und Jahreskartenkäufer! Für mich und meine Fitness ein enormer Gewinn, auch nur mal für eine Dreiviertestunde reinzuspringen.
Das „Gautinger“ gehört einfach zu Gauting und ist Teil unserer ganzheitlichen Daseinsfürsorge und kommunalen Selbstverwaltung. Mit Standortfaktor meint man ja gemeinhin Aspekte, die zur Ansiedelung von Betrieben oder Einzelhandel führt, soweit würde ich gar nicht gehen, darum gehts aber auch in dem Zusammenhang nicht. Ein Faktor warum die Menschen hier gerne leben, ist es sicherlich! Auch die Schwimmkompetenz die Kinder durch die Schwimmkurse erlangen ist natürlich unbezahlbar.
2. Wie siehst du die Zukunft des Sommerbads angesichts der angespannten Haushaltslage der Gemeinde? Wie kann und soll es in der kommenden Amtszeit mit dem Sommerbad weitergehen?
Dr. Matthias Ilg
Wir brauchen einen Plan wie es weitergeht. Und wie genau das Sommerbad 2045 aussehen soll. Dann können wir anpacken. Bis dahin müssen wir das Bad in der gegenwärtigen Situation sichern.
Maximilian Platzer
Angesichts der angespannten finanziellen Situation wird der Erhalt des Sommerbades in den kommenden Jahren von Jahr zu Jahr ein Kraftakt werden – insbesondere weil bedauerlicherweise auch die Kosten in den kommenden Jahren weiter steigen werden. Dennoch steht der Erhalt für mich außer Frage.
Harald Ruhbaum
Ich würde alles daran setzen, den Erhalt des Schwimmbades zu erhalten. Mein großes Interesse liegt nach wie vor darin, dass Sommerbad Stückweise zu sanieren um die laufenden Kosten zu reduzieren. Hier schätze ich die Arbeit des Fördervereins ungemein, auch da sieht man den Wunsch der Bevölkerung das Sommerbad zu erhalten. Des weiteren sehe ich nach wie vor Spielraum, das Sommerbad auch durch das eine oder andere Event vielleicht finanziell noch besser zu gestalten. Genauso würde ich eine längere Saisonnutzung durch Umbauten zu erreichen.
Stefan Berchtold
Wir müssen alles nötige tun, um den Betrieb zu gewährleisten. Aus meiner Sicht ist die Beteiligung der Gautinger Menschen am Erhalt durch den Kauf von Jahreskarten hier ein enormer Faktor, da ist immer noch Luft nach oben. Als Gemeinde müssen wir auch weiterhin an einer einfacheren Zugänglichkeit arbeiten. Zumindest Single Jahreskarten sollten am Sommerbad zu erwerben sein!
3. Wie bewertest du die Arbeit des Fördervereins Sommerbad Gauting e.V.? Wie stellst du dir eine zukünftige Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Förderverein vor?
Dr. Matthias Ilg
In den letzten Jahren habe ich als Gemeinderat selbst erlebt wie der Förderverein tatkräftigst unterstützt hat. Dazu kann ich nur sagen: gerne weiter so. Darüber hinaus ist für mich der Förderverein sehr wichtig um zur Meinungsbildung um das Sommerbad zu kommen. Was für die Zukunft sein soll dass kann sich ein Bürgermeister oder eine Verwaltung nicht selber ausdenken. Dazu müssen die Wünsche, Gedanken und Bedürfnisse der Gautinger Bürgerinnen und Bürger zusammengebracht werden. An dieser Stelle kann der Förderverein eine wichtige Rolle übernehmen damit wir einen Kurs finden der auf weitestgehende Zustimmung in der Bevölkerung trifft.
Wenn man aus Sicht der Gemeinde träumen darf: dann würde der Förderverein auch bei Finanzierungen helfen und unterstützen. Aber das ist natürlich ein großer Wunsch.
Maximilian Platzer
Die Arbeit des Fördervereins ist für mich ein Paradebeispiel dafür, was ehrenamtliches Engagement bewirken kann – sowohl ideel als auch finanziell. Deswegen war ich auch einer der Gründungsmitglieder und habe gerne bei Aktionen mitgeholfen – dies werde ich auch im Falle, dass ich Bürgermeister werde, versuchen weiterzuführen.
Bezüglich der Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem Förderverein möchte ich den offenen, transparenten und erfolgreichen Weg der Zusammenarbeit weiterführen und intensivieren, um gemeinsam weitere Aktionen zu überlegen, wie man zusätzliche Spenden für das Sommerbad generieren kann.
Harald Ruhbaum
Ich wünsche eine enge Zusammenarbeit mit stetigem Austausch an Ideen und Gesprächen. Der Förderverein leistet in meinen Augen wirklich hervorragende Arbeit zum Wohl an dem Sommerbad. Alleine die Challenge für Saisonkarten begrüße ich voll und ganz. Genauso würde ich mit Ihnen im regen Gespräch bleiben wollen über weitere Aktionen zur Erhaltung des Sommerbades.
Stefan Berchtold
Gute Kommunikation und abgstimmte Projekte! Der Förderverein hat sich zu einem wichtigen Partner der Gemeinde im Kontext „Erhalt und Weiterentwicklung des Bades“ entwickelt und das würde ich natürlich gerne weiter ausbauen!
4. Zur Einordnung: Aus unserer Sicht gibt es aktuell drei grundsätzliche Szenarien: Erhalt des Bads von Saison zu Saison mit minimalen Maßnahmen; Umsetzung einzelner gezielter Sanierungsschritte; eine umfassende Generalsanierung.
Wie ist deine Position dazu? Gibt es hierzu konkrete Überlegungen oder Prioritäten?
Dr. Matthias Ilg
Option 1 ist – leider – der status quo den auch die derzeitige Finanzsituation erzwingt. Damit fühle ich mich nicht sehr wohl da ich wir dann – früher oder später – vor einer dann nicht finanzierbaren Großreparatur stehen und die Schliessung des Bades riskieren. Option 2 und Option 3 bedarf aber eines Planes und einer Entscheidung was wir langfristig für das Bad wollen. Sobald dies klar ist können wir umsetzen. Ob wir in Einzelschritten oder über eine Generalsanierung gehen hängt von den Finanzen und damit auch von den verfügbaren Förderoptionen ab.
Klares Ziel: wir schaffen das vor Fertigstellung der 2. Stammstrecke in München 😊.
Maximilian Platzer
Auf Grund der finanziellen Situation ist in meinen Augen bedauerlicherweise aktuell lediglich der Erhalt des Bads von Saison zu Saison mit minimalen Maßnahmen realistisch. Priorität sollten in denn kommenden Jahren Investitionen haben, die zum einen den Erhalt des Bades sichern, zum anderen einen Beitrag zur Minimierung des Defizits leisten (z.B. durch sinkende Energieverbräuche).
Harald Ruhbaum
Genau das ist mein Punkt, wir „kleben“ jedes Jahr ein Pflaster auf die zur Sanierung bestehenden Punkte. Es fehlt meiner Ansicht aber ein grundsätzliches Konzept. Daher wäre meine Intension, hier mal auf allen Seiten Klarheit zu schaffen und dieses Thema ganzheitlich anzugehen. Ich bin mir sicher, hier könnte man eine gute Lösung im Sinne Aller zu erzielen.
Stefan Berchtold
Realistisch ist eine Kombi aus den ersten beiden Punkten. Also erhaltende Maßnahmen mit einer Strategie, dass sich der Zustand und Wartungsaufwand auch generell verbessert.
5. Siehst du konkrete Maßnahmen, um das Sommerbad weiterzuentwickeln oder attraktiver zu machen?
Zum Beispiel Angebote für Frühschwimmer, neue Attraktionen oder zusätzliche Angebote für Jugendliche und Familien?
Dr. Matthias Ilg
Hier einige Punkte die sich bei etwas Nachforschen und -denken finden – alle natürlich mit Prüf- und Nachdenkbedarf:
* Bringen wir vielleicht Gautings Kultur in das Sommerbad ? Events etwas später am Abend (after hours) evtl an einem Abend in der Woche ? Konzert am Beckenrand ? Werten wir vielleicht das Ambiente auf durch eine Beleuchtung in den Baumkronen ?
* Ein Weebit-Wasserparcour: Wibit: Bauen Sie Ihren Wasserpark! Ohne zu wissen was die Kosten sind, wie lange sowas aufgebaut sein müsste und was es kostet.
* Kleinkinderbereich: aus meiner Sicht darf es da gerne matschig und lebendig zu gehen. Da bedarf es des Ausprobieren. An dieser Stelle könnte sich der Förderverein gut einklinken.
* Zur Energieeffizienz: PV soviel geht.
* Vielleicht bringen wir den Besucherstand auch in eine App: ist das Bad gerade voll oder leer ? Das reizt viellecht zum Besuch wenn wenig los und dämpft die Peaks
* die Verkehrsanbindung des Bades muss endlich besser durchdacht und geregelt werden. Zu Fuss und per Rad muss die Erreichbarkeit besser werden. Dazu gehören sichere Querungsmöglichkeiten der Starnberger Straße sowie eventuelle Radfahrstraßen im Zulauf zum Bad. Ein kleiner Erfolg konnte bereits verbucht werden: der vielbenutzte Römersteg ist jetzt besser nutzbar nachdem das Geländer dort umgebaut wude (Antrag meiner Fraktion Bundnis90/Die Grünen). Gibt es vielleicht einen Badbus der von unserer Drehscheibe Bahnhof (Busse, S-Bahnen, Parkplatz oder andere am Wochenende leeren Parkplätze) mit dem Bad verbindet ? Vielleicht gibt es einen solchen Bus auch bald autonom ?
Wir müssen auch an die Gautinger Teilorte denken. Für Oberbrunn und Hausen beispielsweise ist es schwierig dass im Sommer 2026 die Buslinie 969 die Haltestelle Magdalenenstraße nicht anfährt.
Langfristig gehören GSC-Komplex rechts der Würm und Sommerbad links der Würm über einen Steg auf Höhe Schwimmbadparkplatz verbunden. Damit könnten wir einige Synergien heben.
Wo man nicht nachdenken muss: die Gastronomie am und im Bad ist ein Schlüssel. Aber da scheint ja die momentane Regelung gut zu funktionieren.
Maximilian Platzer
Eine Erweiterung des Angebotes in Form von Öffnungszeiten führt zu einer Erhöhung des Defizites und für große Invesititionen in zusätzliche Angebote (Rutsche, Sauna etc.) fehlt der Gemeinde bedauerlicherweise aktuell auch das Geld. Was kurzfristig umsetzbar wäre, sind Veranstaltungen wie zum Beispiel eine „Karribische Nacht“ im Sommerbad, um gezielt auch junge Menschen anszusprechen.
Harald Ruhbaum
Vielleicht wäre hier auch mal an Veranstaltungen zu denken. Das Sommerbad als Erlebnis zu gestalten. Warum nicht mal ein Sommerkonzert „Klassik“ oder ein Familienfest mit Badebetrieb und Abends ein gemütliches Band Event mit Einbindung örtlicher Vereine. Diese Liste könnte ich noch lange weiterführen. Für Frühschwimmer könnte man das ganze vielleicht mal mit einem kleinen Snack „ Butterbreze“ oder „Obst“ anbieten.
Stefan Berchtold
Generell würde ich das Frühschwimmen wieder gerne sehen, ich würde es aber ungern versprechen, weil ich nicht alle Aspekte der Dienstpläne und Öffnungsaufwand kenne. Denke aber schon, dass das auch ein gutes Argument für die Jahreskarte wäre.
6. Siehst du Möglichkeiten, die dauerhafte Finanzierung des Sommerbads auf solide Beine zu stellen?
Dr. Matthias Ilg
* die Gemeinde muss sich wieder mehr finanziellen Spielraum erarbeiten. Dies ist hochdringlich aber ein ganz eigener Themenkomplex.
* Parkgebühren an den Bädern sind anderswo üblich. Warum also nicht in Gauting ? 50k Euro an Potential sollten wir in der derzeitigen Situation nicht ignorieren. Der eventuell daraus resultierende Druck ins Schwimmbadviertel muss aber geeignet abgepuffert werden.
* ein Sponsoring via Namensvergabe wurde ja schon geprüft. Aber bislang ohne viel Erfolg. Hier sollten wir nicht lockerlassen und andere Modelle versuchen.
* verfügbare Förderprogramme müssen wir hochprofessionell und für uns passend nutzen. Dies soll eine neue Stabstelle im Rathaus unterstützen.
Maximilian Platzer
Ja – zum einen durch die weitere Unterstützung der Gemeinde durch den Förderverein, durch die Absenkung des Defizites auf Grund gesteigerter Verkäufe einer Jahreskarte, weitere Sponsoring-Einnahmen und natürlich durch eine hoffentlich verbesserte Einnahmesituation der Gemeinde durch eine verbesserte Gewerbesteuereinnahme in den kommenden Jahren.
Harald Ruhbaum
Die dauerhafte Finanzierung, hängt an ganz vielen Faktoren ab. So muss man sich die Art der Betreiber ganz genau überlegen. Diese Kosten durch Fremdfirmen sind derart unbeständig und ohne Einfluss der Gemeinde -die Gemeinde muss ausschreiben und hoffen das sie gute Angebote erhält. Die laufenden Kosten, durch absolut veralterte Technik und Substanz müssen schnellstmöglich auf den Prüfstand und eine geeignete Lösung erarbeitet werden. Das Sommerbad muss attraktiv bleiben und von den laufenden Kosten runter kommen. – hier bin aber jederzeit an einer lösungsorientierten Stellung bereit.
Stefan Berchtold
Eine grundsätzliche Möglichkeit wäre natürlich, einer Partner wie die Stadtwerke o.ä. für den Betrieb zu finden. Eine komplette Privatisierung würde ich nicht befürworten.
Ansonsten sehe ich Bad als Teil unsere Aufgaben und insofern nicht verhandelbar. Unsere Finanzlage ist angespannt, ich habe aber auch einen gewissen Optimismus, dass wir perspektivisch uns da stabilisieren.

















